Minus Cis-IksYpsilon.

Touristisch-idyllische Leinwände der Stadt werden in dem Moment zu einem Problem in dem Diskriminierung gesehen und die Entscheidung gegen sie getroffen wurde.

Berlin hat mich stark politisiert in den letzten zwei Jahren – für mich als eine, die die tiefen Gefühle braucht, waren die sehr aktiven politischen Strukturen in der Stadt ein Ankommen, eine Bestätigung und ein emotionaler Halt. Dieses Berlin ist es, das mir fehlt. Inspiration und Realität an jeder Straßenecke, Unbequemes, lautes Aufbegehren, Verstehen.

Norwegen habe ich in den fünf Wochen in denen ich hier lebe als sanft politisch erlebt, gemächlich in den vorgeblich hohen Lebensstandard gekuschelt, mit einer vielseitigen studentischen Kultur in Bergen, aber sehr zurückhaltend. Was in der Ländergrenze als bewältigt gilt, verdient keine weitere Beachtung.

Politik machen scheint hier ein wenig Fashion Statement zu sein, ganz wie die Eigenart bergischer Bewohner*innen, Sportkleidung in Kombination mit einer Handtasche als Ausdruck der eigenen Fitness im Alltag zu tragen. Ich habe mir die lokalen queeren und Tierrechtsstrukturen angesehen und wurde eher enttäuscht.

Das nimmt mir Kraft und beschränkt das Gefühl, verstanden zu werden. Die Bomben im Kopf, die noch keinen Halt finden auf diesem Boden. Die Ahnung, dass vier Monate nicht ausreichen werden, um neue Strukturen zu schaffen, die langfristig weiter bestehen können.

Die Berliner Politisierung hat nun den unbarmherzigen Nebeneffekt, diese nächsten Monate nicht einfach spurenfrei in einer Starre verbringen zu können, die auch dann nicht unpolitisch sein kann, wenn sie es von sich behauptet. Sie bewirkt, dass Bekanntschaften zerbrechen, in denen reproduzierte Diskriminierungen nicht reflektiert werden wollen, sie bewirkt auch, dass Freundschaften sich verändern, eine Selbstpositionierung Distanz schafft, meine zwischenmenschlichen Beziehungen an Grenzen stoßen. Mir fehlt es an Rückhalt.

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Minus Cis-IksYpsilon.