ages of delirium

Eigentlich wollte ich schreiben über Bücher, Politik, den Norden und Geschaffenes. Es ist zusammengebrochen, unerwartet und mit ganz süßer Schwere. Stigma, wieder.

Keine zwei Wochen hat es gedauert seit dem einen Abend an dem alles dunkel wurde. Erbrechen, Kopfschmerz, weitreichender Verlust vom Lesevermögen.

Kein allererster Ausbruch von Migräne wie gedacht, sondern ein Hirntumor. Aggressiv und klebrig warm, vollkommen surreal.

Das: Es gibt keine Garantie, dass er eines Tages nie wiederkommen wird. Sieg oder verlorene Kämpfe, diese Kategorien sind vollkommen außer kraft gesetzt worden.

Die Ungewissheit, ob ich meine Wissenschaft, meine Bücher und meine Politik für immer verloren haben werde, welche kognitiven Schäden die Strahlen- und Chemotherapie lassen werden und inwieweit mein Gehirn sie ausgleichen kann.

Ein ganzer Koffer voller Pläne, die ich mit aus Norwegen gebracht habe, und die einfach unangetastet auf einem Dachboden verstauben müssen.

Und ich denke nur an Disability, die Worte, die ich nicht mehr lesen kann, meine verlorenen Träume und bin unfähig, irgendetwas davon zu realisieren. Keine Tränen, wenige Gefühle, keine Angst, keine vertraute Depressionsreaktion, keine Überforderung, nur atmen. Den ganzen Tag erschöpft und erstarrt im Bett liegen und atmen. Schreiben rettet.

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