Alltagskonfrontation

Es gelingt kaum, die Krankheit für längere Zeit auszublenden. Das ist auch in Ordnung so und Teil meiner Verarbeitung – absurde Züge nimmt es an, wenn Fluchtversuche scheitern.

Ich finde mich bei meinem Lieblingspiercer wieder und höre von einem seiner Freunde und einer ähnlichen Geschichte: Krebs, Gehirn, Charité.

Ich bemerke bei Filmen, wie Krebs zur unkomplizierten Einordnung und Charakterisierung von Nebenrollen genutzt wird, ständig. Ein Elternteil der Protagonistin leidet an der Krankheit, wird auch nicht weiter behandelt und ist damit umfassend genug beschrieben worden.

Ich entschließe mich nach Zögern, doch einmal wieder schwimmen zu gehen und werde unter der Dusche (kein guter Ort, um als fremde Person ein Gespräch mit mir zu beginnen…) darauf angesprochen, dass meine Haut auffällig sei und ich dringend eine Hautärzt*in konsultieren sollte, die Sprecherin hätte ähnliche Merkmale bei sich entdeckt und sei Krebspatientin.

Neben meinem Fokus auf den Tumor: Absurd. So absurd.

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Alltagskonfrontation

Ein Gedanke zu “Alltagskonfrontation

  1. David schreibt:

    Du hattest mir den Hinweis auf Deinen Blog geschickt. Es nimmt mich mit, das zu lesen. Ich denke an Dich und meine Gedanken sind bei Dir. Eine pers. Begegnung hattest Du abgelehnt. Ich verstehe es. Wenn wir ganz ehrlich zu uns selbst sind: Wir gehen unsere Wege alleine. Wir können vielleicht auf Mitgefühl hoffen, auf eine helfende Hand, aber letztlich bleibt uns nur das Staunen vor der Größe des Schicksals, das sich im Guten und auch im Schlimmen zeigt.

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