Lebenszeichen

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Ich bin noch da. Tobend manchmal und lieber außerhalb des Digitalen. Neurotischer als früher und verletzlicher, verändernd, brennend, apathisch, beunruhigt und abweisend. Solche Dinge geschehen wohl in Extremsitutationen, aus Hochsensibel wird permant überreizt, berührungsscheu, unausgeglichen. Und dann wieder: Ruhe finden, weiter machen, schreiben.

Elf Monate mit der Diagnose. Die Zahl 17,1 bleibt fest in meinem Fokus, schließt die Sinne, lenkt ab. Ende Januar wird das nächste MRT sein. Kein PCV-Protokoll, für mich gibt es seit einem Monat nur noch CCNU nachdem die Nebenwirkungen der anderen Medikamente zu schwerwiegend wurden. Greift direkt in die DNA ein. Ich muss abwarten, ob die Therapie fortgesetzt werden kann, aktuell ist das wegen meiner Blutwerte nicht möglich. Warten also an einem Punkt an dem es nicht viel abzuwarten gibt – realistisch betrachtet, ist wichtig, dass ich die Zeit nutze, wie es sich richtig anfühlt für mich, weniger, ob ich nun meine Chemo wenige Wochen später als geplant oder gar nicht mehr bekommen kann. Das ist mehr als ein sanftes memento mori, das ist aufkommender Sturm. Also: Reisen, lieben, rasen, schreiben.

 

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