Cheesy baked mac and zucchini (vegan)

In meinem Austauschsemester zwischen den Fjorden habe ich die meiste Zeit damit verbracht, Wissenschaftliches zu lesen, bis tief in die Nacht hinein zu diskutieren und mit meiner Liebsten zu kochen.

Eben diese hat mich immer wieder auf die fabulösen Sandra Vungi von VeganSandra hingewiesen, eine Estländerin, die auf ihrem Blog nicht nur großartige vegane Rezepte teilt, sondern auch Drummerin der Death Metal Band Neoandertals ist. So viele Sympathiepunkte auf einmal!

Eins dieser VeganSandra-Rezepte, die ich mit Casia gekocht und lieben gelernt habe, mag ich heute mit euch teilen. Mit viel Mac and Cheese in vegan, mit viel Zucchini und Kokosmilch:

Cheesy baked mac and zucchini (vegan)

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Kennt ihr auch Food- oder Reiseblogs von tollen Leuten, zu denen ihr immer wieder zurückkehrt? Kennt ihr das englische Kochbuch von Sandra?

Cheesy baked mac and zucchini (vegan)

Rückblick

Ich vermisse das Dielenknarzen unter den Füßen. Tanzen gehen. Politik machen. Konzerten lauschen. Unter Freund*innen sein. Vorträge. Demos. Buchläden. Flohmärkte. Lebkuchen. Essen gehen. Bondage und queere Polyabende. Nähen. Die Ringbahn.

Wieder durch diese Stadt zu streifen in der es soviel Kälte und Desinteresse gibt und so viele Menschen, die genau dem etwas entgegensetzen wollen.

Fünf Monate und viele Eindrücke später dauert es nur noch elfmal schlafen bis zu meiner Rückkehr nach Berlin. Irgendwann im frühen Herbst schrieb ich, dass Norwegens romantische Seite mich in diesem Ausmaß überrascht hat.

Ich bin viel viel weniger gereist als ich wollte aus Angst vor dem Alleinereisen, das bleibt eine Frustration. Ich habe auch viel weniger gelesen als ich wollte und konnte die Nordlichter nicht in die Erinnerung fangen. Auch das frustriert.

Es ist mir gelungen, Menschen von mir fernzuhalten, die mir nicht gut taten. Ich habe stattdessen zahllose andere Erlebnisse im Herzen gesammelt.

Nächtliche Küchentischgespräche bis tief in den Morgen, Waldspaziergänge, Moos unter den Füßen, Growlen im Fahrstuhl, Poi spielen, tote Seesterne im Fjord bestatten, Containern, lachen, viele Tränen zulassen können, auch die ganz alten, bis dahin ungeweinten, politisch diskutieren, viel und heftig streiten, Beziehungen neu formen, weniger englisch oder norwegisch lernen als geplant, dafür mehr wienerisch, dieser wundersame Nachtregenbogen, der mit dem Mädchen in meinen Armen in das ich mich schwer verliebt habe soviel besser war als die Nordlichter, endlich wieder einmal Sterne sehen und Sternschnuppen, mit Lieben kochen, besucht werden, feststellen, dass Minimalismus mir gut tut und Vieles ziehen lassen: Entscheidungen gegen einige Menschen und Dinge treffen, fokussieren, erkennen, was mir tatsächlich etwas bedeutet.

Vertrauen in die eigene Person lernen und zwar unerwartet viel. Weniger Angst haben davor, etwas nicht zu schaffen.

Für mich war die Zeit hier also wertvoll und deutlich prägender als ich es ahnen konnte. Was bleibt ist Spannung: Was wird bleiben? Wie wird die Rückkehr? Was kann ich in meinen Berliner Alltag integrieren? Welche Veränderungen sind notwendig?

Rückblick

Ein eigenes (Wohn-)zimmer

Vor wenigen Tagen habe ich die Suche nach einem weiteren Wohnzimmer in der Welt aufgenommen – einem Ort zum Zurückkehren, zur Inspiration und zum Sojachai trinken. Ein eigenes Zimmer, beinahe. Zum Denken, Fokussieren, Pläne schmieden. Zum Teilen mit Freund*innen, die die Bezeichnung partner in crime verdient haben.

2014-09-16_13-16-17_176Dabei bin ich über das Chillout Travel Centre (Torggaten 11) gestolpert, ein winziger Shop für Reiseaffine mit integriertem [immerhin gibt es hier ein minimales veganes Angebot] Café und plüschigen Kissen auf großen Sofas.

Mehr ein Ort der Inspiration denn ein Outdoorladen, mehr Reiseguides und -literatur, Kleinkrusch für aufkommendes Fernweh und Zubehör als Gaskartuschen und Multitools. Manches, das mehr Fashion Statement zu sein scheint (“Indie” Einkaufsumhängetaschen) und Anderes, das ein tolles Geschenk abgeben würde (Hängematten! Eine Scratchmap, die nicht antiimperialistisch gelesen höchst zweifelhaft wäre. Tragetücher.)

Ich fühle mich langsam wirklich wohl in dieser Stadt. Mein Norwegisch wird immer weniger haarsträubend, meine zeitweilige Insomnia ist zurückgekommen als ich meinen letzten Besuch weiterziehen lassen musste und mein Hirn kann die Massen großartiger Texte, mit denen ich mich momentan beschäftige, kaum realisieren. Fabelhafte Tage.

Ein eigenes (Wohn-)zimmer

Ankommen und Weiterziehen

Um mich an einem Ort wirklich zuhause zu fühlen, da kenne ich mich inzwischen gut, braucht es feste Anlaufstellen in einer lauten, inspirierenden Stadt mit lauten – meint für eine Sache brennende –, inspirierende Menschen. Stellen, die etwas Eskapismus sichern, wenn es zu viel und zu unverstanden wird und die dann sind wie der Kaninchenbau ins Wunderland.

Was das für mich in Bergen ist, ist schnell aufgezählt:

Ein wenig Wald, ein wenig Fjord und viel Musik. Eine handvoll Menschen, die mir sehr nahe stehen und entweder in Norwegen leben oder mich besuchen. Genug Flamme, um das Bedürfnis zu haben, weiterzuziehen, Neues zu entdecken und offen zu sein für Gelegenheiten und zufällige Begegnungen.

Ein intellektuelles Zuhause finde ich gerade in einem besonderen Raum an dem Institut an dem meine liebsten Veranstaltungen angeboten werden. Und einen hübschen Blick auf die Stadt gibt es dort auch.

Und im Café im Museum für zeitgenössische Kunst Kode Nr. 2, das gleich neben einem Museumsshop mit der bezaubernden rothaarigen Verkäuferin liegt und, das ist wichtig, Soja Chai, Soja Kaffee und guten Tee hat. Dazu meist gute, dezente Musik und am Nachmittag genug Ruhe zum Schreiben. Rasmus Meyers allé 3, 5015 Bergen. Geöffnet täglich 11-17 Uhr.

Ankommen und Weiterziehen

You meet me in a very strange time of my life

Vor fast einer Woche bin ich nach einem eindrucksvollen Urlaub von dem ich ein anderes Mal erzählen möchte in Südnorwegen angekommen. Die Zugfahrt von Oslo nach Bergen soll eine der schönsten Strecken der Welt bedienen und ideal sein, um sanft auf Norwegen eingestimmt zu werden. Mit einem entzückenden Zugliebhaber neben mir bin ich also einmal quer durch das Land gefahren, habe die umwerfend schöne Hardangervidda mit ihren Gletschern und Wasserspielen sehr weit oben auf meine Liste der Orte gesetzt, die ich noch einmal genauer entdecken möchte, und festgestellt, dass die Strecke tatsächlich lohnenswert ist – sie einmal zu sehen aber auch genügt.

Nach meiner Ankunft in Bergen habe ich mit zahlreichen kleineren Problemen meine Resilienz auf die Probe gestellt und der Stadt ihre Chance, sich zu zeigen, erst am nächsten Tag gegeben. Ich habe neben meiner Einführungswoche an der UiB die von Varg Vikernes niedergebrannte Stabkirche besucht, ausgiebig im Fjord vor der königlichen Sommerresidenz Gamlehaugen genommen, meinen ersten und den leichtesten der sieben Berge um die Stadt herum erklommen (Fløyen) und viele, viele Begegnungen gewagt.

You meet me in a very strange time of my life