Codes am Spielplatz

Vieles von dem, was aufZehenspitzen schreibt, gefällt mir – allem voran ihre Hinweise auf Klassismus. Hier ist einer davon.

aufZehenspitzen

Pinke Kinderkleidung ist so eine Sache – ihre Abwertung auch (siehe Pink stinkt nicht, ihr Lauchs! und Das Pinkprivileg). Pinkstinks (TM) und je billiger desto rosa – daraus resultieren gleich zwei Problematiken: Ich sehe am Spielplatz im gentrifizierten Stadtteil, wie Eltern anerkennend bemerken, wenn ein Bub rosa Kleidung oder violette Schuhe trägt. Das wird ebenso wohlwollend hervorgestrichen wie besprochen wie die waghalsigen Kletterkünste des Mädchens. Ich sehe aber auch die abschätzigen Blicke, wenn ein Mädchen mit rosa Flausch eingehüllt ist. Cool, weil gendersensibel-offen-tolerant, ist ersteres – ein Etikett, mit dem sich gehobene Mittelstandseltern gerne schmücken. Das andere? Es werden maximal Augenbrauen gehoben: Abeiter_innenklassenkind eben. Die eigene Engstirnigkeit, die klassistische und anti-feministische Haltung, die dadurch zum Ausdruck gebracht wird, verhallt unreflektiert. Sagenhaft eigentlich, was von einer vermeintlich kritischen Position übrigbleibt. Leidtragende sind Mädchen, die gerne rosa tragen, und Mädchen, die vielleicht nicht so gerne rosa tragen, aber deren Eltern beim…

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Codes am Spielplatz